KIRCHE auf dem Weg

Mitteilungsblatt für das Katholische Dekanat Heidelberg

Weihnachten 2004 (7.Jahrgang - Nummer 13)

Hier können Sie die kmpl. Druck- Ausgabe ausdrucken  (PDF-Datei ca. 178 KB)

Aus dem Inhalt:
Gott rettet Gedanken zum 4. Advent
Der menschgewordene Gott  Weihnachtsgruß von Dekan Dr. Klaus Zedtwitz
Gottesdienstzeiten   an den Weihnachtsfeiertagen
Kinder haben eine Stimme -  dek mii sitti riak rong
Kämpfer gegen Kinderprostitution  Shay Cullen eingeladen vom Effata-eine-Welt-Kreis

 

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Gott rettet
Gedanken zum 4. Advent

Vierter Adventssonntag - vier Kerzen brennen. Nun ist das Fest nahe. Schon klingt es von dort zu mir herüber:
"Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis…."
Noch stehen wir vor dieser Tür. Es ist eine Tür, nicht Wand, nicht Mauer, immerhin. Aber wir stehen noch davor. Ausgeschlossen? Oder eingeschlossen?
Ausgeschlossen von der Fülle des Lebens und des Lichtes; eingeschlossen in die Enge dessen, was wir selbstgenugsam Leben aus eigener Kraft nennen, im Dunkel der Ungewissheit tastend und tappend, weil das schwache Licht unserer Berechnungen und Sinngebungsversuche uns keinen sicheren Weg erkennen lässt. Und das in dieser Weltstunde, die so beängstigend ist.
"Aus hartem Weh die Menschheit klagt, sie steht in schweren Sorgen…."

Aber da brennen die Kerzen an unserem Kranz, alle vier!

"Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern…."

Bald werden wir wieder jubeln:

"Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf…".
Wie denn - zum Stall? Nicht durch die wieder geöffnete Tür? Nein, nicht hinein. Wir werden nicht umgesiedelt ins Paradies. Wir bleiben unterwegs. Wir werden nicht einfach hineingelassen in Gottes Ewigkeit. Noch dauert unsere Zeit.
"Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld…."
Nicht hinein. Aber er tritt heraus zu uns, hinein in unsere dunkle Enge, unser enges Dunkel.
"Gott will im Dunkel wohnen…."
Das ist seine Erlösung für uns: Er, der "Ich-bin-da" hat sich unseres Weges in unüberbietbarer Weise angenommen. Einmal - zur Zeit des Kaisers Augustus, in den Tagen des Königs Herodes, als Quirinus Statthalter von Syrien war. Einmal, damals. Aber ein- für allemal. Er, der Ewige, hat sich unsere Zeitlichkeit zu eigen gemacht. Er ergreift dieses Leben, wie du und ich es zu leben haben; er lebt es wie du und ich - bis hinein ins Elend von Golgotha; und lebt es doch anders: Er zeigt, dass es lebbar ist, zeigt, wie es lebbar werden kann, zeigt, wie unsere Räume, die Räume des Miteinander, bewohnbar werden können.
"… und hat es doch erhellt.
Es wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld…
So richtet er die Welt."
Feiern - nicht als Gefühlsrausch, wohl aber als Besinnung. Und daraus Freude gewinnen und Mut zum Weitergehen in der Zuversicht, ja der Gewissheit des Psalmisten (68,20f):

"Gott trägt unsere Last, er unser Heil.
Ein Gott, der rettet, ist unser Gott."
(ww)

 

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Kinder haben eine Stimme -
dek mii sitti riak rong

so lautet das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion. In vielen Ländern der Erde werden Kinder Opfer von Krankheit, Hunger, Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. So auch in Thailand, dem Beispielland der diesjährigen Aktion.


Doch jedes Kind ist unvergleichlich kostbar. Es hat ein menschliches Gesicht. Es hat seine Würde und sein Lebensrecht, ein Menschenkind in Gottes Schöpfung. Deshalb setzt sich die weltweit größte Solidaraktion von Kindern für Kinder in Not in diesem Jahr für die weltweite Einhaltung der Kinderrechte ein. Mit dem Geld, das die Sternsinger in Deutschland sammeln, können rund 2000 Projekte für Kinder in Not in der Welt unterstützt werden.

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Kinder bauen Brücken - Gufatanya kubaka
Aktion Dreikönigssingen 2004

Wenn die Sternsinger wieder von Haus zu Haus ziehen, bringen sie bei der Aktion Dreikönigssingen 2004 zugleich die Botschaft Jesu von Versöhnung und Frieden mit. Der Blick in die Welt zeichnet allzu oft ein anderes Bild: Täglich begegnen uns immer neue Nachrichten von Terror und Krieg aus vielen Gegenden der Erde. Der Wunsch und die Sehnsucht nach Frieden sind groß. "Kinder bauen Brücken" ist das Motto der Aktion Dreikönigssingen 2004. Dass gerade Kinder Brücken der Versöhnung und des Friedens bauen ist nicht nur ein schöner Traum. Unbefangener als viele Erwachsene gehen Kinder aufeinander zu, teilen und spielen miteinander. Besonders die Sternsinger bauen jedes Jahr aufs Neue eindrucksvolle Brücken zu den Menschen und für Kinder in der ganzen Welt - Brücken der Freundschaft und der Hilfe.
    Damit die Aktionsvorbereitung der vielen Königinnen und Könige möglichst anschaulich gestaltet werden kann, wird ihnen jedes Jahr ein anderes Land als pädagogischer Schwerpunkt vorgestellt - diesmal ist es Ruanda. So können die Sternsinger über ihren Tellerrand hinausschauen und erfahren: Das Leben von Kindern auf unserer Erde ist oft gleich und doch nicht gleich.


    Selbstverständlich wird das gesammelte Geld nicht nur für Projekte in Ruanda, sondern weltweit eingesetzt. Rund 3. 000 Projekte im Jahr können durch die Aktion finanziell gefördert werden.
    Das Leitwort der Aktion Dreikönigssingen "Gufatanya kubaka" entstammt einer der drei Amtssprachen von Ruanda, dem Kinyarwanda. Es ist eine Bantusprache und eine der kompliziertesten Sprachen der Welt, die Nationalsprache Ruandas. "Kinder bauen Brücken" ist keine wörtliche Übersetzung, macht aber deutlich, dass eine Brücke nur dann die Chance auf Verwirklichung hat, wenn viele Menschen zusammenarbeiten, um gemeinsam zum Ziel zu kommen. Sie macht auch klar, dass die Brücken von beiden Seiten aus gebaut werden: von den Sternsingern und ihren Partnern überall auf der Welt aufeinander zu.

(red)

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Weihnachten bei den
Straßenkindern in Ghana

Carl Sagoe, Gemeindemitglied von St. Marien, ging im Sommer letzten Jahres für ein Jahr nach Ghana, wo er an einem Straßenkinderprojekt der Salesianer mitarbeitete. Im Folgenden schildert er seine Eindrücke von Weihnachten in Ghana:
   "Erinnern Sie sich noch? In der August/Septemberausgabe von Kirche auf dem Weg des vergangenen Jahres wurde unter der Überschrift "Tag der Begegnung - Patrozinium in St. Marien" berichtet, dass ich ein Jahr nach Ghana gehen will, um in der Nähe der Hauptstadt Accra an einem Straßenkinderprojekt der Salesianer mitzuarbeiten. - Inzwischen bin ich wieder hier und studiere in Karlsruhe.


    Die Tatsache, dass Weihnachten naht, ist mir im letzten Jahr in Ghana gar nicht so bewusst gewesen, wie sonst in Deutschland. Anders als hier gibt es keine Weihnachtsdekorationen oder irgendwelche anderen Hinweise, die die Nähe von Weihnachten so übertrieben verdeutlichen, wie wir es schon lange gewöhnt sind.     Etwa eine Woche vor Weihnachten haben wir mit den Kindern begonnen das Haus zu schmücken. Am Heiligen Abend sind wir mit 80 Kindern (Christen, Moslems und Religionslosen) zur Kirche gegangen, wo sich die Gemeinde um 19.30 Uhr versammelte. Etwa eineinhalb Stunden lang wurden von Einzelnen und Gruppen Weihnachtslieder vorgetragen und ein Krippenspiel aufgeführt. Auch der Chor der Straßenkinder beteiligte sich.
    Um 21 Uhr begann der Gottesdienst, begleitet von zwei Kirchenchören. Gegen Mitternacht begaben wir uns auf den Heimweg. Zu meiner Überraschung waren die Straßen nicht, wie eigentlich erwartet, leergefegt, sondern überall standen und tanzten in Gruppen feiernde Menschen.
    In Ghana ist es nicht üblich, sich zu Weihnachten etwas zu schenken. Für die Kinder war es eine große Freude, am ersten Weihnachtstag Plätzchen selbst zu backen und zu verzehren.
    Dieses Weihnachten wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben, denn nicht der Kommerz und das gegenseitige Beschenken standen im Mittelpunkt, sondern das eigentliche Ereignis der Geburt Christi."

(red)

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www.weihnachtsgottesdienste.de

Gottesdienstdaten von Heiligabend bis Silvester

www.weihnachtsgottesdienste.de

ist ein Service der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland, um Menschen, die zu den Festtagen einen Gottesdienst besuchen möchten, Termin und Ort über das Internet finden zu lassen.

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