Weihnachten bei den
Straßenkindern in Ghana
Carl Sagoe, Gemeindemitglied von St. Marien, ging im Sommer letzten Jahres für ein Jahr nach Ghana, wo er an einem Straßenkinderprojekt der Salesianer mitarbeitete. Im Folgenden schildert er seine Eindrücke von Weihnachten in Ghana:
"Erinnern Sie sich noch? In der August/Septemberausgabe von Kirche auf dem Weg des vergangenen Jahres wurde unter der Überschrift "Tag der Begegnung - Patrozinium in St. Marien" berichtet, dass ich ein Jahr nach Ghana gehen will, um in der Nähe der Hauptstadt Accra an einem Straßenkinderprojekt der Salesianer mitzuarbeiten. - Inzwischen bin ich wieder hier und studiere in Karlsruhe.
Die Tatsache, dass Weihnachten naht, ist mir im letzten Jahr in Ghana gar nicht so bewusst gewesen, wie sonst in Deutschland. Anders als hier gibt es keine Weihnachtsdekorationen oder irgendwelche anderen Hinweise, die die Nähe von Weihnachten so übertrieben verdeutlichen, wie wir es schon lange gewöhnt sind.
Etwa eine Woche vor Weihnachten haben wir mit den Kindern begonnen das Haus zu schmücken. Am Heiligen Abend sind wir mit 80 Kindern (Christen, Moslems und Religionslosen) zur Kirche gegangen, wo sich die Gemeinde um 19.30 Uhr versammelte. Etwa eineinhalb Stunden lang wurden von Einzelnen und Gruppen Weihnachtslieder vorgetragen und ein Krippenspiel aufgeführt. Auch der Chor der Straßenkinder beteiligte sich.
Um 21 Uhr begann der Gottesdienst, begleitet von zwei Kirchenchören. Gegen Mitternacht begaben wir uns auf den Heimweg. Zu meiner Überraschung waren die Straßen nicht, wie eigentlich erwartet, leergefegt, sondern überall standen und tanzten in Gruppen feiernde Menschen.
In Ghana ist es nicht üblich, sich zu Weihnachten etwas zu schenken. Für die Kinder war es eine große Freude, am ersten Weihnachtstag Plätzchen selbst zu backen und zu verzehren.
Dieses Weihnachten wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben, denn nicht der Kommerz und das gegenseitige Beschenken standen im Mittelpunkt, sondern das eigentliche Ereignis der Geburt Christi."
(red)
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